Kulinarik
Christian Mrozowski
Sulzer Straße 16/2
2223 Hohenruppersdorf
Vom Fotografen zum Winzer Rudolf Knoll, Vinum, Februar 2007 [gekürzt]
Zuerst erschütterte Christian Mrozowski seine Familie, die 200 Jahre Landwirtschaft am nördlichen Stadtrand von Wien hinter sich hatte. Er wollte kein Bauer werden, sondern entweder Koch oder Fotograf. […] Einige Jahre später galt er als einer der besten Sportfotografen Österreichs und war Fotochef des «Sportmagazins» in Wien. […]
Doch die Grossmutter hatte nicht umsonst den kleinen Christian mit Schweinebraten, gefüllten Krautblättern und Schmerstrudel verwöhnt. Der Fotograf reifte nebenbei zum Geniesser und Hobbykoch. […]
Im Sommer 2003 lernte Mrozowski den Weinviertler Biowinzer Johann Zillinger kennen. Der brachte ihn auf die Idee, einen Weingarten zu pachten, und versprach ihm Hilfe.Gesagt, getan! Mit 0,35 Hektar startete Mrozowski noch im selben Jahr, legte gleich wagemutig einen kräftigen Grünen Veltliner in die Barrique und lag mit dem Ergebnis nicht daneben. […]
Eigene Fläche hat er noch nicht, es wird zugekauft und gepachtet, inzwischen 4,5 Hektar im Weinviertel nordöstlich von Wien. Alles wird nach den Kriterien des Bioweinbaus bewirtschaftet. Alte Bauern in der Umgebung murren, weil er radikal zurückschneidet. «Die befürchten, ich mache die Stöcke kaputt», lacht er. «Aber die Qualität stimmt. Und alles ist im biologischen Gleichgewicht.» Im Ausbau muss der Jungwinzer noch improvisieren. Gekeltert wird bei Kollegen, die auch den Platz für die Tanks zur Verfügung stellen. Seine Weine (Welschriesling, Grüner Veltliner und Zweigelt) sind typisch, würzig und gut strukturiert. Sogar einige Topgastronomen gehören inzwischen zur Kundschaft. Noch nicht ganz beruhigt hat sich die zum zweiten Mal geschockte Familie. «Meine Eltern haben den Kopf geschüttelt, als sie das vom Weinbau vernahmen. Aber ich wollte einfach meinem Leben einen neuen Sinn geben», meint der 38-Jährige.
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